Eine kleine Geschichte über Euphorien

Es ist zwar schon einige Jahre her, die gleiche Geschichte kann und wird sich aber täglich wiederholen.

Irgendjemand in einer Gruppe von Gleichgesinnten hat etwas gelesen oder gehört und glaubt nun eine Aktie erwerben zu müssen. Diese beginnt auch sofort zu steigen und weist bereits nach wenigen Tagen einen ansehnlichen Gewinn aus. Da es sich bei dem Anleger um einen netten Menschen handelt, will er auch seine Bekannten und Kollegen daran teilhaben lassen. Er erzählt ihnen die Geschichte und warum er der Meinung ist, dass es noch zu weiteren, viel größeren Kurssteigerungen kommen wird. Er glaubt selbst fest daran und die Zuhörer sind begeistert. Sie investieren ebenfalls und freuen sich auch bereits nach wenigen Tagen über die ersten Gewinne. Nun zieht die Geschichte Kreise und jeder findet selbst die neuesten und besten Nachrichten zu diesem Wert. Dass es sich dabei zum Teil um Wiederholungen oder doppelte Berichte handelt, wird nicht bemerkt oder verdrängt.

Der Boom ist längst zu Ende, die Investorengruppe hat bereits begonnen zu verbilligen und hofft weiterhin auf die großen Kursgewinne. Jede noch so kleine positive Nachricht wird mit Windeseile verbreitet und die Gruppe macht sich gegenseitig Mut.

Nach einigen Jahren und hohen Verlusten, werden die Aktien schließlich wertlos ausgebucht oder als Wandschmuck aus dem Depot ausgeliefert.

Das Problem an diesem Phänomen ist der Herdentrieb. Keiner will sich eingestehen, falsch gelegen zu haben und alle versuchen durch die Gruppendynamik Kraft zu schöpfen. Dadurch geht der letzte Funken an Neutralität verloren und eine professionelle Beurteilung der Lage ist nicht mehr möglich.

So ist es auch mir vor einigen Jahren mit der Aktie „Global Natural Resources“ ergangen. Aus solchen Ereignissen sollte man seine Schlüsse ziehen und entsprechend lernen.