Zertifikate sind nicht gleich Zertifikate

Kennen Sie das auch? Sie haben sich für ein Investment entschieden und wollen dies nun mit einem möglichst hohen Hebel handeln. Sie freuen sich, dass Sie ein Zertifikat gefunden haben, mit dem Sie einen guten Hebel und einen vernünftigen Abstand zur Knock-Out-Schwelle haben. Auf der Webseite, auf der Sie das Zertifikat gefunden haben, wird lediglich diese Schwelle genannt und als Laufzeit das Enddatum. Zudem steht dort „Bull-Zertifikat“. Sie notieren sich die WKN und kaufen das besagte Stück in Ihr Depot. Nach wenigen Tagen ist Ihr Basisinvestment bereits angestiegen. Erfreut von Ihrer richtigen Analyse und der erfreulichen Entwicklung des Basisinstrumentes schauen Sie in Ihr Depot um zu sehen, wie weit denn Ihr Zertifikat bereits gestiegen ist. Die Ernüchterung hält sich noch in Grenzen, weil Sie das ja von Optionsscheinen her kennen: Das Aufgeld. Sie vermuten, dass dieses abgebaut wurde, weil der Kurs sich nur unwesentlich verändert hatte. Einige Tage später macht Ihr Basisinstrument einen kräftigen Sprung nach oben und Sie schauen erneut in Ihr Depot in der Annahme, dass nun nennenswerte Gewinne aufgelaufen sind. Das Erschrecken ist groß als Sie feststellen müssen, dass Ihr Zertifikat deutlich an Wert verloren hat. Nun beginnen Sie erneut zu recherchieren, wie dass den sein kann. Jetzt erst stellen Sie fest, dass Ihr „Bull-Zertifikat“ gar kein richtiges Bull-Zertifikat ist, sondern ein Zertifikat welches sich an einer Preisspanne orientiert – ein sogenanntes Inlinezertifikate. Das bedeutet, dass es eine vorgegebene Spanne nach oben oder unten nicht verlassen darf. Hält es sich während der gesamten Laufzeit zwischen diesen beiden festgelegten Preisen auf, wird ein vorher festgelegter Preis zurückgezahlt. Wird eine der Grenzen während der Laufzeit erreicht, wird das Zertifikat sofort wertlos. Entsprechend fällt der Kurs immer dann, wenn der Preis des Basisinstruments zu nahe an eine der beiden Schwellen kommt.

Fazit: Nicht auf den Titel oder die Eingruppierung des Zertifikates auf einer Webseite achten, sondern die Zertifikatsbedingungen genau prüfen, damit keine bösen Überraschungen drohen.