Rechte eines Aktionärs und Eigentümer an einem Unternehmen

Aktionäre sind dumm und frech. Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie dann noch Dividende haben wollen“ – Carl Fürstenberg (* 28. August 1850 Danzig; † 9. Februar 1933 Berlin) deutsch-jüdischer Bankier

Aktien gelten gemeinhin als Spekulationsobjekt. Das eine Aktie weit mehr als zur Spekulation dient, wissen leider die wenigsten.

Zunächst dient eine Aktie zur Kapitalbeschaffung. Ein Unternehmen nimmt die Gesellschaftsform der Aktiengesellschaft (=AG) an, um Kapital beispielsweise zur Expansion einzunehmen. Im Gegenzug wird der Käufer einer Aktie Teilhaber, also Miteigentümer an der Gesellschaft. Dies darf man sich allerdings nicht so vorstellen, dass er dadurch eine leitende Funktion einnimmt und Weisungsbefugnisse besitzt. Tatsächlich darf er aber über die Geschicke der Gesellschaft im Rahmen einer Hauptversammlung mit entscheiden.

Entsprechend hat er das Recht, an der einmal im Jahr abgehaltenen Hauptversammlung (auch Aktionärsversammlung genannt) teilzunehmen. Im Rahmen dieser Versammlung hat er das Recht den Vorstand um Auskunft über bestimmte Themen zur Geschäftsentwicklung zu befragen. Zudem kann er den Vorstand für die geleistete Arbeit entlasten oder ihm die Entlastung verweigern. Wünscht der Vorstand eine Kapitalerhöhung, entscheidet die Hauptversammlung ebenfalls durch Abstimmung, ob diese erfolgen darf. Zudem schlägt der Vorstand eine Dividende vor, die ebenfalls von der Hauptversammlung genehmigt werden muss. Der Aufsichtsrat, der den Vorstand überwachen muss, wird u. a. von der Hauptversammlung gewählt. All diese Abstimmungen und Wahlen stellen ein weiteres Recht, das Stimmrecht, der Aktionäre dar. Darüber hinaus steht dem Aktionär das Recht einer Dividendenzahlung zu, wenn das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet hat.

Diese elementaren Rechte sind im Aktiengesetz verankert. Es ist wichtig zu verstehen, dass man diese Rechte als Miteigentümer eingeräumt bekommen hat, auch wenn man nur Anteile an einem Unternehmen besitzt.

Leider ist der Irrglaube weit verbreitet, dass man die gleichen Rechte besitzt, wenn man einen Aktienfonds oder einen ETF erworben hat. Hier ist man nicht Miteigentümer, auch wenn man an der Kursentwicklung der einzelnen Aktiengesellschaften partizipiert. Diese Partizipation bezieht sich aber lediglich auf die Performance der im Aktien oder ETF- Korb enthaltenen Werte. Diese wird von der Fondsgesellschaft versprochen. Sollte die Fondsgesellschaft nicht mehr existieren oder zahlungsunfähig werden, hat man keine Rechte an den einzelnen Unternehmen deren Aktien in den Fonds enthalten sind. Dies stellt den entscheidenden Unterschied zur Direktinvestition dar. Daher spielt der Kurs für den Anleger, der Aktien auf lange Frist (z.B. für mehrere Jahre oder Jahrzehnte) erwirbt, kaum eine Rolle. Er ist an der Beteiligung am Unternehmen und nicht an einer Kurssteigerung interessiert. Dieser Unterschied sollte jedem klar sein, der eine Investition in einem Fonds oder ETF vornimmt.