Was hältst Du eigentlich von ETFs?

ETF ist die Abkürzung für „Exchange Traded Funds“. Diese Art der Fonds-Konstruktion verspricht die Abbildung eines Marktes, einer Branche oder eines anderen Korbs von Basiswerten. Sie stellen eine kostengünstige Möglichkeit dar, an der Entwicklung eines Index zu partizipieren. Wenn man also an einer Entwicklung partizipiert, dann bedeutet dies naturgemäß, dass die Schwankung eines solchen Index in beide Richtungen mitgemacht wird.

Daher muss es schon überraschen, wenn man von einem Bekannten angesprochen wird, was man denn von der Anlage in ETFs hält. Dazu muss gesagt werden, dass der Bekannte mit Börse und Anlagen eigentlich nichts zu tun hat und sein vorhandenes Geld für seine Altersvorsorge anlegen will. Er habe gelesen, dass die Anlage in ETFs eine lohnende Investition darstellt. Ob die Antwort „Um eine Anlage in ETFs zu tätigen, muss man auch eine Marktmeinung haben“ Wirkung gezeigt hat, bleibt offen. Sicher ist es richtig, dass man wie bei klassischen Fonds auch, eine regelmäßige Anlage tätigen kann und so den Cost-Average-Effekt erzielt. Trotzdem sollte man sich Gedanken darüber machen, in welches Basisinstrument man investiert. So macht es schon einen Unterschied, ob man in der eigenen Währung bleibt und z.B. im DAX investiert oder auch eine Meinung zum Dollar hat und im S&P500 anspart.

An dieser Stelle soll noch ein Wort zur Besicherung solcher ETFs verloren werden. Das Versprechen die Entwicklung (bleiben wir beim DAX) eines Index abzubilden kann auf verschiedene Art und Weise gewährleistet werden. Eine Möglichkeit besteht darin, dass der Anbieter des ETFs den DAX in einem Portfolio so nachbildet, dass die Entwicklung des ETFs der tatsächlichen DAX – Entwicklung entspricht. Dazu werden die Aktien des DAX entweder in genau der Gewichtung gekauft, wie sie im DAX vertreten sind, oder es werden die 10, 15 oder 20 größten Werte des DAX gekauft, da diese die DAX – Entwicklung nahezu genau abbilden.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass der Emittent des ETFs einen Korb von Aktien zusammengestellt hat, die nichts mit dem DAX zu tun haben (z.B. japanische Aktien). Nun bietet er ein Tauschgeschäft an. Ein anderer Broker soll die DAX-Entwicklung an den Emittenten des DAX-ETFs zahlen (die dieser dann an den Kunden weitergeben kann) und erhält dafür die Performance des japanischen Aktien-Korbs im Gegenzug. Das Risiko liegt also komplett beim Broker, der die DAX Entwicklung zahlen muss, gleichgültig wie sich der DAX und der Aktienkorb entwickeln. Diese Art der ETF Konstruktion ist zwar nicht sehr häufig vorzufinden, kommt aber immer wieder einmal vor.