Anleihen und ihr Rating

Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, wenn man Anleihen niedriger Bonität kauft. Man sollte sich nur im Klaren darüber sein, welche Ausfallrisiken es gibt und am besten hat man eine Mischung aus mehreren Anleihen mit minderer Qualität. Wenn dann eine dieser Anleihen ausfällt, erleidet man keinen Totalverlust und die hohen Renditen der anderen Anleihen, fangen den Verlust der einzelnen ausgefallenen Anleihe ab.

So ist es einem Anleger vor einigen Jahren ergangen. Er kaufte Anleihen des niederländischen Flugzeugbauers Fokker als dieser Konzern von Daimler übernommen wurde. Die Bonität von Fokker wurde von den einschlägigen Ratingagenturen unterhalb des Investmentgrades, was üblicherweise bei dreifach B also „BBB“ liegt, festgelegt. Die Übernahme von Daimler änderte an diesem Rating nichts. Was dem Anleger zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, war die Tatsache, dass Daimler zwar den Flugzeughersteller übernommen hatte, gleichwohl aber keine Garantie für deren Verbindlichkeiten, also die Anleihen übernommen hat. In der Folge wurde das Rating der Anleihen immer wieder um eine Stufe herabgesetzt. Entsprechend verloren die Anleihen an Wert.

Als sich Daimler dann entschloss von Fokker Abstand zu nehmen und den Konzern wieder zu verkaufen, waren die Anleihen bereits ins uferlose gefallen. Fokker meldete 1996 Konkurs an und die Anleger erhielten nur noch rund 30 % ihres ursprünglich investierten Kapitals aus der Konkursmasse – je nach Einstandskurs ein Verlust von 70%.

Auch wenn Ratingagenturen zuweilen recht umstritten sind, sollte man sich der Bonitätsaussage, gerade bei Anleihen die möglicherweise etwas schwach auf der Brust sind, dieser Agenturen nicht verschließen. Sie könnten vor größerem Schaden bewahren. Bei einem Rating unter BBB sollte man sich ein Engagement gut überlegen.